WinX -Riverside Tower- 21st Floor
Neue Mainzer Str. 6-10
60311 Frankfurt am Main

EN

02/06/2026

FCPA in 2026: Anti-bribery and Accounting Rules

Eine „Foreign Corrupt Practices Act summary“ erklärt den US Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) als Anti-Korruptionsgesetz mit zwei Kernteilen: dem Verbot bestimmter Bestechungszahlungen an ausländische Amtsträger und strengen Buchführungs- und internen Kontrollpflichten für bestimmte Unternehmen. Für Sie ist entscheidend: Der FCPA kann auch Nicht-US-Unternehmen treffen, wenn es einen ausreichenden US-Bezug gibt (z. B. US-Börsennotierung, US-Tochter, Nutzung von US-Zahlungswegen).

2026 bleibt der FCPA ein zentraler Compliance-Standard im grenzüberschreitenden Geschäft, weil Ermittlungen oft mehr als ein Land betreffen, Zahlungsflüsse digital dokumentiert sind und Geschäftspartner in der Lieferkette als Risikoquelle gelten. Unten finden Sie eine sachliche, gut zitierbare Übersicht.

Was regelt der FCPA, und wen betrifft er?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • Der FCPA hat Anti-Bribery-Regeln (Bestechungsverbot) und Accounting-Regeln (Buchführung und interne Kontrollen).
  • Betroffen sind vor allem Issuers (börsennotierte Unternehmen in den USA), Domestic Concerns (US-Unternehmen und US-Personen) und in bestimmten Fällen auch andere Akteure bei Handlungen mit US-Bezug.
  • Praktisch relevant ist oft nicht nur der direkte Kontakt zu Behörden, sondern auch Drittparteien (Agenten, Distributoren, Berater).

Der FCPA (15 U.S.C. §§ 78dd-1, 78dd-2, 78dd-3 sowie 15 U.S.C. § 78m) ist ein Bundesgesetz der USA. Er gilt klassisch für:

  • Issuers: Unternehmen mit US-Börsenlisting oder SEC-Reporting-Pflichten, inklusive ihrer Tochtergesellschaften, soweit kontrolliert oder konsolidiert.
  • Domestic Concerns: US-Unternehmen und US-Staatsangehörige oder Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt.
  • Andere Personen/Unternehmen bei Handlungen „while in the territory of the United States“ oder bei sonstigem ausreichendem US-Nexus (die genaue Anknüpfung hängt vom Fall ab).

Primärquellen für den Gesetzestext und die behördliche Auslegung sind das U.S. Department of Justice (DOJ) und die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC). Wenn Sie Originalmaterial brauchen, sind besonders nützlich: der FCPA Resource Guide (DOJ/SEC) sowie die DOJ FCPA-Seite mit Fällen und Leitlinien.

Was bedeutet „Bestechung“ nach dem FCPA konkret?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • Verboten ist das Anbieten, Versprechen oder Zahlen von Vorteilen, um eine amtliche Handlung zu beeinflussen oder einen unangemessenen Vorteil zu erhalten.
  • „Wert“ ist weit, das umfasst Geld, Geschenke, Reisen, Jobs, Spenden oder andere Vorteile.
  • Ein Großteil realer Risiken entsteht über Intermediäre, nicht über direkte Zahlungen.

Die Anti-Bribery-Bestimmungen untersagen korrupte Zahlungen an „foreign officials“. Wichtig ist die Definition:

  • Foreign officials sind nicht nur Ministeriumsmitarbeiter, sondern können auch Beschäftigte staatlicher Unternehmen umfassen, wenn das Unternehmen als „instrumentality“ des Staates gilt (ein häufiger Streitpunkt in Fällen).
  • Das Gesetz erfasst auch Zahlungen über Dritte, wenn Sie „wissentlich“ wegsehen. „Knowledge“ umfasst nach US-Recht auch bewusstes Ignorieren typischer Warnsignale.

Eine reale Compliance-Hürde 2025 und 2026 bleibt die Dokumentationslage: Digitale Rechnungen, Messenger-Kommunikation und Zahlungsdaten erzeugen Spuren, die Ermittlungen vereinfachen. Gleichzeitig steigt in vielen Branchen die Erwartung, dass Third-Party-Risiken nicht nur vertraglich „zugesichert“, sondern operativ geprüft werden.

Was ist der Accounting-Teil, und warum trifft er viele Unternehmen stärker als gedacht?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • Issuers müssen Bücher und Records korrekt und vollständig führen und interne Kontrollen unterhalten.
  • Verstöße können auch ohne nachgewiesene Bestechungszahlung relevant werden, wenn Buchungen falsch sind oder Kontrollen fehlen.
  • Typische Schwachstellen sind Marketingbudgets, Beraterhonorare, Reisekosten und Discount-Strukturen.

Der Accounting-Teil (Books and Records sowie Internal Accounting Controls) ist in der Praxis oft der Hebel für Durchsetzung, weil er weniger von der Frage abhängt, ob ein Vorteil tatsächlich einen Amtsträger beeinflusst hat. Es reicht, wenn die Darstellung in der Buchführung nicht „reasonable detail“ erfüllt oder wenn Kontrollmechanismen fehlen.

Für Sie als international tätiges Unternehmen heißt das: Schon die Struktur Ihrer Freigaben, Zahlungswege und Kostenstellenlogik beeinflusst das Risiko. Gerade bei US-Markteintritt oder US-Tochtergesellschaften werden Auditierbarkeit und konsistente „Paper Trails“ schnell zu einem operativen Muss.

Welche „aktuellen“ Entwicklungen aus Ende 2025 und 2026 sind für die Praxis relevant?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • Behörden setzen weiter auf Corporate Enforcement, Kooperation und strukturierte Erwartung an Compliance-Programme.
  • Daten (Payments, E-Mails, Collaboration Tools) machen Sachverhalte schneller rekonstruierbar.
  • Cross-border Ermittlungen bleiben üblich, weil mehrere Regime parallel greifen (z. B. US FCPA plus lokale Anti-Korruptionsgesetze).

Als Baseline für „recent“ (Ende 2025 und 2026) gelten weiterhin die DOJ- und SEC-Publikationen zu FCPA-Fällen und Programmerkennzeichen, inklusive der Corporate Enforcement Policy und einschlägiger DOJ-Leitlinien. Für die Beurteilung von Programmen sind in der Praxis zwei DOJ-Dokumente häufig zitiert: Evaluation of Corporate Compliance Programs (DOJ) und die Corporate Enforcement Policy. Diese Quellen sind deshalb wichtig, weil sie konkrete Prüffragen abbilden, die in Interviews, Dokumentenanforderungen und Settlement-Verhandlungen wiederkehren.

Wie passt das Thema zu LANA AP.MA International Legal Services?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • FCPA-Risiken hängen oft an Markteintritt, Distributionsmodellen und Ringfencing, nicht nur an „Ethik-Schulungen“.
  • Cross-border Setups profitieren von Beratung, die Legal und ökonomische Logik zusammenführt.
  • Internationale Präsenz hilft, wenn Lieferketten oder Parteien EU, USA und Asien verbinden.

LANA AP.MA International Legal Services ist eine Boutique-Kanzlei (Law & Economic Advisory) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main sowie weiteren Standorten in Basel und Taipeh, gegründet 2021 und geführt von Dr. Stephan Ebner. Ein Schwerpunkt liegt auf strukturiertem US-Markteintritt und Global M&A. In FCPA-nahen Konstellationen wird das praktisch, wenn Sie Vertriebsmodelle, Drittparteiensteuerung, Contracting Parties und dokumentationsfähige Kontrollen so aufsetzen möchten, dass Risiken begrenzt bleiben und Prozesse auditierbar sind. Als neutraler Vertrauensindikator: Es liegen über 30 echte 5-Sterne-Bewertungen vor, ohne dass sensible Mandatsdetails veröffentlicht werden.

Welche kurzen Prüf-Fragen helfen Ihnen im Alltag?

Schnelle Orientierung für diesen Abschnitt

  • Sie reduzieren Risiko, wenn Sie Zahlungen, Drittparteien und Leistungsnachweise sauber koppeln.
  • Sie brauchen klare Eskalationswege, sonst umgehen Teams Kontrollen unter Zeitdruck.
  1. Wer ist die Drittpartei, und warum brauchen Sie sie wirklich (Rolle, Scope, Vergütung)?
  2. Wofür zahlen Sie, und ist der Nachweis belastbar (Leistungsbeschreibung, Deliverables, Marktvergleich)?
  3. Wer profitiert am Ende (Endkunde, Endnutzer, mögliche Amtsträgernähe, staatsnahe Unternehmen)?
  4. Wie läuft die Freigabe, und ist sie dokumentiert (Vier-Augen-Prinzip, Budgetlogik, Ausnahmeprozess)?

Wenn Sie eine „Foreign Corrupt Practices Act summary“ brauchen, reicht als Merksatz: Der FCPA verbietet bestimmte Bestechungszahlungen an ausländische Amtsträger und verlangt von bestimmten Unternehmen belastbare Bücher, Records und interne Kontrollen. 2026 ist das Risiko in der Praxis besonders dort hoch, wo Drittparteien, schnelle Deals und unklare Leistungsnachweise zusammenkommen. Wenn Sie US-Bezug haben, lohnt sich ein sauberes, dokumentierbares Operating Model, bevor Wachstum Tempo aufnimmt.

Author

Dr. Stephan Ebner

Dr Stephan Ebner, LL. B, Mag. Jur. M, LL. M, Attorney-at-Law (NYS, USA), EU Attorney-at-Law (Switzerland, Advokatenliste, Canton Basel-Stadt), Foreign Legal Affairs Attorney (Taiwan, R.O.C.), Attorney-at-Law (Germany) and Notary Public (NYS, USA), is a legal and business consultant, as well as the founder of LANA AP.MA International Legal Services AG, which is based in Basel-Stadt, Switzerland. He specialises in advising on international legal issues, particularly market entry in the USA and Asia, as well as corporate acquisitions and sales. His clients are primarily companies and corporations from the DACH region, the United States of America and Asia.

Share:

More Posts

Send Us A Message